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GEISE Elektrotechnik GmbH
 
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50 Jahre
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Helmut Rosenkranz (Festredner und guter Bekannter der Familie Geise)

Ansprache zum 50-jährigen Firmenjubiläum der

GEISE Elektrotechnik GmbH am 19.04.2008

Herzlich willkommen sage ich Ihnen verehrte Damen, sehr geehrte Herren, die Sie als Kunden, Freunde, Mitarbeiter und auf Einladung der Geschäftsleitung Geise sowie der Familie Geise hierher in das Betriebsgebäude gefolgt sind.

Es ehrt und freut mich, dass ich Sie als guter Bekannter der Familie Geise hier ebenfalls begrüßen darf.

Neben dem grundsätzlichen Interesse an der Begegnung mit Kunden, Gästen und Freunden, an Gemeinsamkeit und Gedankenaustausch und natürlich am Geschäft haben wir heute einen besonderen Grund, nämlich das 50-jährige Firmenjubiläum der Elektrotechnik Geise zu feiern.

Im Vergleich zu der langen Geschichte des Heimatortes Westheim erscheinen 50 Jahre eines Unternehmens eher gering.
Doch 50 Jahre eines zunächst sehr erfolgreichen handwerklichen Betriebes und schließlich zu einem kontinuierlich gewachsenen mittelständischen Elektrotechnik Unternehmens – das ist m.E. bemerkens - und auch besonders erwähnenswert.

Als ich mir überlegte, was ich zu diesem Jubiläum sagen soll, kam mir der Gedanke, dass das Handwerk wohl der vielseitigste Wirtschaftsbereich in Deutschland und sowohl gesellschaftspolitisch als auch volkswirtschaftlich von erheblicher Bedeutung ist.
Mit nahezu 100 vollhandwerklichen Berufen bietet das Handwerk ein vielfältiges Betätigungsfeld. Nicht zu vergessen ist, dass das Handwerk der „Ausbilder der Nation“ ist.
Bei unserem Jubilar wurden im Laufe der 50 Jahre insgesamt 62 Lehrlinge ausgebildet. Zur Zeit sind 3 Auszubildende beschäftigt.
Ein Zeichen dafür, dass bei Geise nicht nur in Gebäude und Maschinen investiert wird, sondern auch sehr viel in die Ausbildung der Mitarbeiter. Fast die Hälfte der heutigen Mitarbeiter sind im eigenen Hause ausgebildet und weitergebildet worden.

Ich weiß, dass viele Handwerker in den vergangenen Jahren schwierige Zeiten durchgemacht haben. Doch die letzten Umfragen des „Ifo“ Wirtschaftsforschungsinstitutes bescheinigt insbesondere dem Handwerk wieder eine gute Auftrags- und Beschäftigungslage.
Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute trauen Deutschland trotz der weltweiten Finanzkrise und steigenden Preise 2008 und 2009 ein robustes Wachstum zu. Sie sehen ein Wachstum der Deutschen Wirtschaft in 2008 von noch
1,8 % und ein Plus von 1,4 % im kommenden Jahr.

Gleichwohl quält viele Handwerker der Gedanke der Nachfolge. Hier ist meines Erachtens die Politik gefragt, bei der geplanten Reform der Erbschaftsteuer - insbesondere bei den familiengeführten Unternehmen - besonders sensibel vorzugehen.
Menschen und Unternehmer wie Geise stehen nicht still, sind flexibel und warten nicht auf andere.
Sie haben, wie Sie gleich noch hören werden, ihren Betrieb schon lange umgestellt und auch die betriebliche Erbfolge beizeiten geregelt. Die Söhne Matthias und Stefan sind bereits als geschäftsführende Gesellschafter tätig.

Meine Damen und Herren, an einem Tag wie dem heutigen, ist es üblich, dass auch die Lebensbiografie des Gründers besondere Erwähnung erfährt.
Als Westheimer Bürger habe ich die persönliche und betriebliche Entwicklung mit großem Interesse seit Jahren aufmerksam mitverfolgt.

Willi Geise, der Gründer des Unternehmens, wurde 1934 in Westheim als Sohn eines Eisenbahnbeamten geboren. Er war das jüngste von sieben Geschwistern, von denen einer im 2. Weltkrieg gefallen ist.
Aufgrund einer Versetzung seines Vaters zog die Familie 1938 nach Volkmarsen. Hier besuchte Willi Geise mit vielen kriegsbedingten Unterbrechungen von 1940 bis 1948 die Schule.
Danach begann er bei der Firma Elektro-Gerlach in Marsberg die Ausbildung als Elektroinstallateur.
1951 bestand er vor dem Prüfungsausschuss der Elektroinnung Brilon die Gesellenprüfung mit sehr gutem Erfolg. Danach war er noch weitere vier Jahre bei der Firma Gerlach beschäftigt.

1955 wechselte Willi Geise zu einem Ingenieurbüro nach Hannover. Für dieses Unternehmen war er mit der Ausführung von Elektroanlagen im Reifenwerk Continental in Hannover- tätig.
Nachdem bereits 1951 sein Vater und 1955 seine Mutter verstarben, wohnte er bei seinem Bruder Johannes in Westheim.
Während seiner Tätigkeit bei einem kleinen Energieversorgungsunternehmen in Westheim nahm er an einem Meisterprüfungslehrgang in Brilon teil. Nachdem er zur Meisterprüfung zugelassen worden war und bei den ersten Baumaßnahmen der Bilderrahmenfabrik Bopp die Elektroanlagen als Meisterstück ausgeführt hatte, bestand er mit gutem Erfolg im Alter von 23 Jahren am 8. und 9. Oktober 1957 vor der Handwerkskammer Arnsberg die Meisterprüfung.

Keine zwei Monate später, am 28. November gründete er bereits einen Elektroinstallationsbetrieb. 1958 mietete er im Haus Dickmann in der Hauptstraße in Westheim ein Ladenlokal an.
Am 1.4.1958 begann Wilfried Plempe als erster Lehrling seine Ausbildung im frisch gegründeten Unternehmen.

In dieser Zeit lernte Willi Geise auch seine Ehefrau Gertrud kennen, die er am 28. August 1960 heiratete. Die gelernte Schneiderin übernahm an seiner Seite den Verkauf von Elektrohaushaltsgeräten und Leuchten.

Der Installationsbetrieb hatte alle Hände voll mit der Elektrifizierung der Wohnhäuser in Westheim und Umgebung zu tun.
Wie aus Protokollen des Gemeinderates von 1957 zu entnehmen ist, fiel in dieser Zeit die Entscheidung, den gesamten Ort Westheim, der bis dahin mit Gleichstrom von der Firma Holtey versorgt wurde, mit Wechselstrom der VEW zu beliefern.

Privathäuser und die am Ort ansässigen Unternehmen mussten umgestellt werden. Für das noch junge Unternehmen Geise ein guter Einstieg.

Am 05. August 1961 wurde der erste Sohn Matthias geboren.

Im Jahre 1962 kaufte Willi Geise das Haus der damaligen Drogerie Lange, um dort mit seiner Familie wohnhaft und den Installationsbetrieb erweitern zu können.

Am 1. Mai 1963 kam der zweite Sohn Stefan zur Welt.

Bei dem Jahrhunderthochwasser im Jahre 1965 wurde das soeben erworbene und umgebaute Haus derart beschädigt, dass man beschloss, das Haus total abzureißen.

1966 wurde ein neues Wohn- und Geschäftshaus mit viel Eigenleistung errichtet.

In dieser turbulenten Zeit wurden auch die Söhne Elmar und Eckhard geboren. Die Familie war komplett.

Diese Jahre waren für Familie Geise nicht nur turbulent, sie waren auch die Jahre des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs. Zunehmend wurden von der Privatkundschaft Kühl- und Gefriergeräte, Elektroherde sowie Rundfunk- und Fernsehgeräte gekauft und mussten repariert werden.

Eigens für diesen Zweck wurde im Untergeschoss des neuen Geschäftshauses eine große Fernsehreparaturwerkstatt eingerichtet.

Im Dezember 1967 erhielt die Firma Geise den ersten Auftrag des Staatsbauamtes Arolsen für die Standortverwaltung der Bundeswehr in Arolsen. Für damalige Verhältnisse ein sehr hoher Auftragswert von 50.000,00 DM. Zu der Zeit wurden bereits 8 Mitarbeiter beschäftigt.

1969 wurde das Wohn- und Geschäftshaus um ein Ladenlokal und zwei Wohnungen erweitert. Die Kreissparkasse Büren zog als Mieter in den Neubau ein.

Um dem steigenden Platzbedarf Rechnung zu tragen, wurden auf dem Grundstück in Westheim bis zum Jahre 1975 in verschiedenen Bauabschnitten zwei größere Werkstatträume mit insgesamt 350 qm Fläche sowie weitere Garagen gebaut.

Die Installationsprojekte insbesondere im Auftrag des Staatbauamtes Bad Arolsen wurden immer umfangreicher, so dass die Mitarbeiterzahl auf insgesamt 16 aufgestockt wurde.

Durch die vergrößerten Werkstatträume konnten nun auch Niederspannungsschaltanlagen gebaut werden. Diese wurden zunächst für den eigenen Installationsbedarf und seit 1978 auch zunehmend für andere Elektroinstallateure und Industrieunternehmen gefertigt.

1978 bzw. 1980 traten die heutigen Geschäftsführer und Söhne des Firmengründers Matthias und Stefan Geise in das Unternehmen ein.

Die Jahre 1980 bis 1984 waren geprägt durch die Ausweitung des Geschäftsfeldes mit Schaltanlagen.
Das Unternehmen erhielt den ersten Auftrag zur Fertigung einer Isolierstoff-Verteilung für das Wirtschaftsgebäude der Bundeswehrkaserne in Frankenberg.
Offensichtlich waren die verantwortlichen Fachingenieure der Firma Siemens mit der Ausführung so zufrieden, dass sie bei einem Rundgang durch die Werkstatt die Frage stellten, wollen sie weitere Schaltanlagen für uns fertigen?
Damit war der Grundstein für die Ausweitung des Schaltanlagengeschäftes im Unternehmen Geise gelegt.
Der Standort an der Kasseler Straße wurde zu klein.

1984 kaufte Willi Geise mit unternehmerischem Weitblick von der Stadt Marsberg im Industriegebiet Ohmberg ein Grundstück von 10.000 qm Größe. Hier wurde 1985 mit dem Bau eines 78 x 22 m großen Produktions- und Bürogebäudes begonnen. Die Inbetriebnahme erfolgte im Frühjahr 1986.

Wurden bisher die Zeichnungen von Hand auf Transparentpapier gefertigt, konnte durch die Anschaffung einer neuen und technisch aufwendigen Computeranlage im Jahre 1989 die Zeichnungen von nun an am PC gefertigt werden.
Bei einer Betriebsbesichtigung hatte ich Gelegenheit, Elmar Geise bei seiner verantwortungsvollen Arbeit am diesem PC über die Schultern zu schauen. Für mich als Laie hochinteressant, wie heute Maschinen konstruiert und entwickelt werden.

Im Jahre 1989 erschloss sich die Firma eine weiteres Geschäftsfeld und entwickelte die erste eigene Mittelspannungsschaltanlage. Diese Anlagen unterliegen einer strengen Typprüfung durch fachliche Aufsichtsbehörden.

Wie ich eingangs erwähnte, wurde bei Geise bereits im Jahre 1991 der Generationenwechsel eingeleitet. Die Umfirmierung des Unternehmens in die Geise Elektrotechnik GmbH fand statt.
Die Brüder Matthias und Stefan Geise sind mit dem Firmengründer Wilhelm Geise geschäftsführende Gesellschafter.

Durch die ständige Weiterentwicklung der Schaltanlagentypen und dem steigenden Vertrieb von Mittelspannungsanlagen wurden auch zunehmend kompaktere und begehbare Trafostationen geliefert. Was wieder zur Folge hatte, dass in Produktionshallen investiert werden musste.
Nach gründlicher Planungsphase wurde im Januar 2000 mit dem Bau einer neuen Halle mit Produktions- und Lagerfläche von rd. 3400 qm begonnen. Der Neubau wurde 2001 bezogen und mit einer 50 Tonnen Kranbahn ausgestattet.
Mit der Kranbahn konnten von nun an auch begehbare Trafostationen mit einer Länge bis zu 10 Meter verladen werden.

Durch die Anschaffung neuester Maschinen, wie eine CNC-gesteuerte Blechschere, eine 225 t. Abkantpresse, einer Laserstanzmaschine sowie einer Abkantpresse wurde von jetzt an die Herstellung der Trafostationsgebäude in eigener Regie vorgenommen.

Seit 1989 sind über 500 luftisolierte Mittelspannungsschaltanlagen ausgeliefert worden.

Jedes Jahr werden durchschnittlich 250 Niederspannungsschaltanlagen mit über 500 Feldern produziert.

Abnehmer sind hauptsächlich große Firmen und staatliche Institutionen in Deutschland, aber auch in vielen Ländern Europas, Asiens und Nordamerikas sind Schaltanlagen der Firma Geise aus Marsberg im Einsatz.

Seit neuestem produziert die Firma Geise auch in Lizenz gefertigte SIEMENS Sivacon Niederspannungsschaltanlagen.
Meine Damen und Herren, ich hoffe, ich habe Sie mit den vielen Zahlen nicht überfrachtet.

Wer von Ihnen im Laufe des Tages an den Betriebsführungen teilnimmt - wozu ich Ihnen raten würde- wird dann meine Ausführungen besser verstehen.

Bei meinen Vorgesprächen mit den Herren Geise habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Jubilarin im 50. Jahr ihres Bestehens auf sehr guten und gesunden Füßen steht.

Mir ist, um ein Fazit zu ziehen, um das Fortbestehen dieses Unternehmens nicht bange.

Unvollständig wären meine Ausführungen, wenn ich nicht das Fachgeschäft für Leuchten- und hochwertige Geschenkartikel am Stammsitz in Westheim erwähnen würde. Liebevoll und geschmacklich immer aktuell wurde dieses Geschäft viele Jahre von der Ehefrau Gertrud Geise geführt und geleitet.

Seit dem letzten Umbau hat die Schwiegertochter Cornelia die Leitung übernommen.
Auch hier kann man feststellen, dass ein kontinuierlicher Übergang vollzogen ist.

Mit viel Phantasie und eleganten und modernen Accessoires in modernen Ambiente kann sich dieses Geschäft m.E. mit
mit gleichwertigen Geschäften in jeder Großstadt messen.

Ich möchte nicht versäumen, auch auf das überörtliche bzw. dass außerbetriebliche Engagement der Jubilare hinzuweisen. Hierzu wird sicher gleich noch aus berufenerem Mund etwas gesagt werden.

Willi Geise war z. B. über viele Jahre Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Innung.

Sohn Matthias tritt in die Fußstapfen seines Vaters und ist bereits in der Innung als Vorstandsmitglied ehrenamtlich tätig.

Ferner ist er in seinem Heimatort aktives Mitglied im Männergesangverein.

Sohn Stefan ist zunächst einige Jahre im Kirchvorstand tätig gewesen und bringt nun seinen Sachverstand im Schützenvorstand ein.

Liebe Familie Geise, ich wünsche Ihnen und Euch - auch im Interesse Ihres Unternehmens und der hier Beschäftigten - Gottes Segen, eine gute Gesundheit, weiterhin viel Erfolg und Freude bei der Arbeit, ohne die der Funke nicht nach innen und außen überspringen kann.

Bei Ihnen, meine Damen und Herren bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit und wünsche allen einen angenehmen Aufenthalt im Unternehmen Geise und einen schönen Verlauf der heutigen Jubiläumsfeierlichkeiten.

Helmut Rosenkranz